Christvesper 2015 in Berlin Lichtenberg

Das Weihnachtsfest 2015 ist geprägt vom Rückblick auf ein unruhiges Jahr.  Über 1 Mio. Flüchtlinge sind nach Deutschland gekommen, beunruhigen die Einen, fordern die Anderen. Nur Wenige ahnen, dass es da einen Link zur Weihnachtsgeschichte geben könnte.

Eine kleine Kirchengemeinde in Berlin-Lichtenberg hat einen etwas merkwürdigen Titel für die Christvesper gewählt ... ein altes Weihnachtslied (es gehört tatsächlich zu meinen Lieblingsweihnachtsliedern) - nein, beim genauen Hinsehen auf das Bild oder den Titel eben doch nicht. Das provoziert. Lenkt den Blick auf eine Thematik, die wir zum Weihnachtsfest vielleicht doch lieber gerne ausgeblendet hätten. Und so wird es in der Christvesper im Kripenspiel um Jausef und Maryam an einem Grenzzaun gehen - nicht in Ägypten, sondern mitten in Europa. Übrigens ... die Namen klingen arabisch, sind aber aramäisch (soviel zum Thema "Vorurteile").

Christen in helfenden Berufen sind gerufen, sich nicht weg zu ducken, sondern sich zu stellen. Wie wollen wir Menschen in Not begegnen? Wie wollen wir die Hoffnung vermitteln, die mit dem Mensch gewordenen Gottessohn verbunden ist? Wie können wir als Christen glaubwürdig handeln?

Nein, es geht nicht darum, das Weihnachtsfest mit einem schlechten Gewissen zu überlagern - im Gegenteil. Gerade auch der Rückzug in ein besinnliches Weihnachtsfest mit der Familie kann ja helfen, Dankbarkeit zu spüren, aufzutanken, Mut zu fassen und neue Prioritäten zu setzen.  Jedenfalls wünsche ich das für mich selbst.  Und vielleicht erblüht dann im neuen Jahr hier und da eine Rose.

 

Maria durch ein' Dornwald ging