Das Heilpraktikergesetz erlaubt  auf der Basis einer amtsärztlichen Prüfung Nicht-Medizinern die Ausübung einer heilkundlichen Tätigkeit ohne "bestallt" zu sein (also eine reguläre heilkundliche Ausbildung als Arzt oder nachzuweisen).

Neben der großen Heilpraktikerprüfung gibt es eine heilkundliche Zulassung beschränkt auf Psychotherapie. Viele Seelsorger und Berater legen diese Prüfung zum Heilpraktiker ab, um psychotherapeutisch tätig sein zu dürfen. Dabei sind die Qualifikationen und Voraussetzungen und die erforderlichen Prüfungsleistungen sehr unterschiedlich, weshalb der "Heilpraktiker" oft als eine "zweitklassige" Qualifikation angesehen wird. Historisch war dies auch so beabsichtigt. Das Gesetz wurde 1939 erlassen und diente dazu, Menschen aus Heilberufen zu drängen. Die Qualität der Arbeit oder Fachkenntnisse wird durch die Heilpraktikerprüfung nicht nachgewiesen, sondern lediglich sicher gestellt, dass keine "Gefahr für die Volksgesundheit besteht."

Die Prüfung, die zur heilkundlichen Zulassung als Heilpraktiker führt, ist in jedem Bundesland anders geregelt. Diplom Psychologen erhalten die Zulassung ohne Prüfung auf Antrag.

Die Qualität der Arbeit von Heilpraktikern für Psychotherapie ist deshalb schwer einzuschätzen. Allerdings ist diese Tatsache auch nicht als Hinweis auf mangelnde Qualität zu werten. Vielmehr erlaubt der Gesetzgeber nicht, Qualität nachzuweisen, sondern lediglich "Schaden" so gut wie möglich auszuschließen. Wenn Sie Fragen zur Qualifikation und Qualität der Ausbildung des Heilpraktikers haben, fühlen Sie sich bitte frei, nachzufragen.

Auskunft geben auch Berufsverbände wie der Verband Freier Psychotherapeuten und Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V. (VFP).